Wissenswertes

 

Bevor Sie sich einen Hund anschaffen sollten Sie die folgenden Informationen der Reihe nach lesen. Auch als Hundehalter finden Sie im Folgenden sicherlich einige hilfreiche Informationen.

 

Warum werde ich Hundehalter?

 

  • Sie wollen einen Hund als Sportgerät und nicht als Familienmitglied haben, vergessen Sie es bitte!
  • Wenn Sie einen Hund anschaffen wollen, nur weil Ihre Kinder sich unbedingt einen wünschen, lassen Sie es, Sie werden derjenige sein, der mit dem Hund rausgehen muss.
  • Ein Hund als Statussymbol oder weil er modisch grade im Trend liegt - nicht gut!
  • Tierliebe und Freude am Zusammenleben mit einem Hund - der Hund wird Ihnen viel Freude bereiten.
  • Einem armen Hund ein schönes neues Zuhause bieten - er wird Ihnen ein Leben lang, ein treuer, dankbarer, selbstloser Freund sein.

 

Welche Voraussetzung sollte ein Hundehalter erfüllen?

 

  • Wenn Sie zur Miete wohnen, sollten Sie sich unbedingt schriftlich die Genehmigung zur Hundehaltung vom Vermieter geben lassen.
  • Alle Familienmitglieder müssen mit der Anschaffung eines Hundes einverstanden sein.
  • Kein Familienmitglied darf eine Allergie gegen Tierhaare haben!
  • Haben Sie die nötige Zeit für einen Hund? Hunde sind Rudeltiere und schätzen das Alleinsein nicht.
  • Sind Ihre finanziellen Möglichkeiten so, dass sie einem Hund alles bieten können, was er braucht? Neben der Versorgung des Hundes sind die Kosten für Tierarzt, Steuern, Versicherung und gegebenenfalls Hundeschule einzuplanen.
  • Haben Sie jemanden, der den Hund während Ihrer Abwesenheit betreuen könnte? Jeder macht mal Urlaub oder wird krank.
  • Sind Sie bereit auch wenn es regnet und stürmt Gassi zu gehen? Ihrem Hund ist das Wetter egal.
  • Sind Sie bereit, sich für viele Jahre an einen Hund zu binden? Hunde werden alt, und wenn Sie sich einen Welpen anschaffen, werden Sie mit diesem Hund die nächsten 10 oder 15 Jahre Ihr Leben teilen.

 

Welche Rasse?

 

  • Es gibt mehr als 300 verschiedene Hunderassen. Jede Hunderasse hat eigene Eigenschaften. Überlegen Sie welche Eigenschaften Ihr neuer Hund haben soll. Entscheidend ist, ob Sie und der Hund zueinander passen.
  • Informieren Sie sich im Internet, welche Eigenschaften Ihr neuer Rassehund haben wird, fragen Sie andere Hundehalter nach ihren Erfahrungen mit den eigenen Hunden, besuchen Sie uns oder andere Hundevereine.
  • Vorsicht vor Hunden die gerade "in" sind. Gerade bei den „modernen“ Rassen ist es leider so, dass bei der Zucht viel mehr Wert auf das äußere Erscheinungsbild gelegt wird als auf alle anderen Eigenschaften.
  • Informieren sie sich über rassetypische Erbkrankheiten bzw. die Veranlagung zu ganz bestimmten  Krankheiten.

 

Wo finde ich meinen Hund?

 

  • Bei einem Hundezüchter
    • Der Kauf bei einem seriösen Hundezüchter ist sicherlich die teuerste Lösung, aber der neue Hund wird für mehr als 10 Jahre Ihr Partner sein.
    • Fragen Sie wie lange der Züchter schon diese Rasse züchtet.
    • Der Züchter sollte nicht mehr als ein bis zwei Rassen halten.
    • Gute Zuchtstätten haben nicht das ganze Jahr über Nachwuchs abzugeben.
    • "Sonderangebote" oder Schnäppchen sollten Sie sehr misstrauisch machen.
    • Gute Züchter zeigen Ihnen gerne die Zuchtanlage und die Elterntiere (beim Hundevater ein Bild oder Internetseite). Kaufen Sie niemals einen Welpen bei einem „Züchter“, der ihnen nicht definitiv die Mutter des Welpen und die Unterkunft im Haus zeigen kann.
    • Artgerechte Welpenaufzucht braucht ein hundegerechtes Umfeld, regelmäßigen Auslauf und vor allem ständigen Kontakt zu ihrer Bezugsperson. Vorsicht bei reinen Zwingeranlagen!
    • Alle Tiere des Züchters sollten sich ihm gegenüber vertrauensvoll verhalten. Eine gewisse Vorsicht oder Reserviertheit dürfen sowohl Muttertiere, als auch Welpen den Besuchern gegenüber haben.
    • Gute Züchter drängen nicht auf eine Entscheidung, sondern bieten Ihnen Zeit zum Überlegen an.
    • Gute Züchter interessieren sich für die Haltungsbedingungen beim Käufer.
    • Bei guten Züchtern erhalten Sie einen detaillierten Kaufvertrag.
    • Kaufen Sie nie Hunde, die auf Parkplätzen aus dem Kofferraum heraus verschachert oder sogar über Internet versandt werden.
  • Aus dem Tierheim
    • In unseren Tierheimen warten viele wunderbare Hunde auf ein neues Zuhause.
    • Sie sollten sich auch hier schon im Voraus darüber im Klaren sein, welche Hunderasse Sie bevorzugen und welchen Charakter der Hund haben soll.
    • Haben Sie in einem Tierheim den richtigen Hund gefunden, sollten Sie diesen auf keinen Fall gleich mit nach Hause nehmen.
    • Zunächst sollte der Hund also erst einmal noch ein paar Tage im Tierheim bleiben, Sie können aber mit ihm spazieren gehen und spielen, so dass Sie das Wesen und Verhalten des Tieres kennen lernen.
    • Ein gutes Tierheim fragt Sie nach Ihrer persönlichen Situation und hat auch das Recht Ihre Wohnung zu inspizieren.
    • Vorsicht: Tierheimhunde können auch recht schwierig sein, ein  gutes Tierheim weist auch auf die Macken und Probleme eines Hundes hin.
  • Aus dem Osten/Süden
    • Das Tierelend in südlichen und osteuropäischen Ländern ist sehr groß, ausländische Tierschützer sind darauf angewiesen, Hunde auch nach Deutschland zu vermitteln.
    • Seriöse ausländische Vereine arbeiten oft mit deutschen Tierschutzvereinen zusammen oder haben in Deutschland Pflegestellen für die Hunde.
    • Von einer „Bestellung“ eines ausländischen Hundes via Internet, wo Sie an den Flughafen fahren, einen unbekannten Hund abholen, sollten sie in Ihrem eigenen Interesse und im Interesse des Hundes Abstand nehmen.
    • Hunde aus dem Süden sind oft Straßenhunde, die seit Generationen in kleinen Rudeln oder alleine leben. Die Sozialisation dieser Hund erfordert sehr viel Hundeerfahrung und noch mehr Geduld.
    • In Süd- und Osteuropa existieren einige Krankheiten, die bisher in Mittel- und Nordeuropa nicht heimisch waren (Leishmaniose, Babesiose, Ehrlichiose, Dirofilariose). Informieren Sie Sich vorher über Krankheiten aus dem Mittelmeerraum.
    • Übernehmen Sie kein ungetestetes Tier. Will man Sie mit Aussagen wie, "das kommt hier nicht vor" abspeisen, dann nehmen Sie das Tier lieber nicht.

 

Woher auch immer Sie Ihren Hund bekommen haben, ein baldiger Besuch beim Tierarzt ist Pflicht. Und auch das sollte möglichst schnell geschehen: Registrieren Sie Ihren Hund z.B. kostenlos bei TASSO

 

Pflichten und Kosten der Hundehaltung

 

  • Sie brauchen eine Haftpflichtversicherung für Ihren Hund. Vor dem Gesetz ist ein Hunde immer noch "eine Sache". Für den Schaden den Ihr Hund verursacht haften in der Regel Sie, egal wie dumm sich der andere verhalten hat! 
  • Sie müssen Hundesteuer für Ihren Hund zahlen, ihn also beim Steueramt Ihrer Stadt oder Gemeinde anmelden.
  • Ihr Hund sollte (bzw. muss) gechipt sein; der Chip ermöglicht eine eindeutige Identifizierung Ihres Hundes.
  • Erkundigen Sie sich bei Ihrem zuständigen Ordnungsamt nach Leinenpflicht, Sachkundenachweis für den Halter (können Sie bei uns ablegen) Meldepflicht für große Hunde und/oder Hunde bestimmter Rassen.
  • Auf den Besitzer eines gesunden Hundes kommen regelmäßige Tierarztkosten von mehr als 100 €  pro Jahr für Impfung und Entwurmung zu.
  • Kranke Hund kosten sehr schnell einige 1000 € .
  • Ein Hund macht nicht nur viel Freude, der „durchschnittliche“ Hund kostet runde 10.000 Euro in seinem Leben.

 

Hundeerziehung

 

Die Hundeerziehung beginnt in dem Moment, wenn Sie ihren Welpen vom Züchter übernehmen. Zu den ersten Lektionen gehören die Erziehung zur Stubenreinheit, Gewöhnung an Halsband und Leine sowie an seinen Schlafplatz. Lassen sie sich nicht von dem kleinen und teils unbeholfenen wirkenden Welpen dazu verleiten, die Erziehung noch etwas zu verschieben. Am leichtesten lernt ein Junghund bis zur 20.Lebenswoche, diese Zeitspanne nennt man auch Prägephase. Alle Eindrücke, die der Welpe in dieser Phase sammeln kann, wirken sich immer auf seine weitere Entwicklung aus. Lassen Sie ihren Welpen daher an Ihrem ganz normalen Alltag teilhaben und ermöglichen Sie ihm nach und nach viele Kontakte zu anderen Menschen und Tieren.

 

Grundbegriffe der Hundeerziehung

 

  • Rangordnung und Rudelführer
  • Liebevolle Konsequenz
  • Einfache Kommandos
  • Lob und Korrektur
  • Belohnung durch Leckerlis
  • Spielen

 

  • Rangordnung und Rudelführer
    • Mit das wichtigste bei der Hundeerziehung ist die Rangordnung. Sie sind der "Chef", der "Alpha-Hund" (Rudelführer), und ihr Welpe nimmt den letzten Platz in ihrem Mensch-Hund-Rudel ein. Das ist für ihren Hund auch völlig in Ordnung wenn Sie diesen Platz auch wirklich einnehmen. Das heißt z.B. wenn Sie ihm im Rahmen der Hundeerziehung bestimmte Dinge verbieten. Sie dürfen sich auch erlauben, einmal keine Lust zum Spielen zu haben und ignorieren einfach seine Aufforderungen. Das kennt er von seiner Mutter und anderen, ranghöheren Rudelmitgliedern. Allerdings erwartet ihr Hund von ihnen "dem Rudelführer" auch klare Richtlinien, nur dann fühlt er sich wirklich wohl und sicher. Ist dies nicht der Fall weil Sie ihm unfähig oder schwach erscheinen wird er versuchen, selbst die Führung zu übernehmen. Auch in der pubertären Phase eines sehr dominanten Hundes kann es vorkommen das er versucht in der Rangordnung etwas höher zusteigen und ihre Position als Rudelführer in Frage stellt. Ist dies der Fall, dann ist es besonders wichtig ihren Hund konsequent immer wieder in seine Schranken zu verweisen.
  • Liebevolle Konsequenz
    • Ist die Rangordnung geklärt, bleiben Sie vor allem konsequent, denn unter Hunden gibt es auch keine Demokratie. Sie sind der Chef, und Sie brauchen dafür im Normalfall keine Gewalt einzusetzen. Wenn Sie entsprechend sicher und konsequent auftreten, wird Ihr Hund sehr schnell verstehen, dass Sie ein ernst zu nehmender und damit auch vertrauenswürdiger "Rudelführer" sind.
    • Ein Beispiel: Wenn Sie im Rahmen der Hundeerziehung beschlossen haben, dass Ihr Hund nicht im Bett schlafen darf, und Sie werden nur einmal schwach, dann werden Sie diese Frage immer wieder mit ihrem Hund "diskutieren" müssen, denn er kann nicht verstehen, aus welchem Grund Sie den bequemen Platz einmal mit ihm teilen und dann wieder nicht. Das Gleiche gilt z.B. für das lästige Betteln bei Tisch, dem Sie am besten konsequent begegnen, indem Sie den Hund auf seinen Platz schicken, während Sie essen.
  • Einfache Kommandos
    • Hunde können nicht wirklich verstehen, was Menschen sagen sondern sie merken sich Tonlage und Stimme und verknüpfen diese mit bestimmten Handlungen und Situationen. Benutzen Sie also nur einfache, klare Kommandos, die Sie dann auch konsequent benutzen und nicht mehr verändern. Sagen Sie z.B. immer "Platz!" und nicht irgendwann "Du sollst Dich aber jetzt hinlegen!" Benutzen Sie nur Kommandos, die Ihr Hund gut auseinanderhalten kann, und setzen Sie diese einfachen Kommandos bei der Hundeerziehung konsequent durch. Wenn Sie ein Kommando fünfmal wiederholen, ohne dass ihr Hund reagiert, und dann aufgeben, dann lernt der Hund daraus, dass eine Reaktion auf ihr Kommando auch nicht unbedingt erforderlich ist. Ihre Qualitäten als Rudelführer stellen Sie damit selbst in Frage, und Ihr Hund wird ihnen bald nicht mehr gehorchen.
  • Lob und Korrektur
    • Das, was Ihr Hund tun soll, machen Sie ihm durch Lob so angenehm wie möglich. Das, was er nicht tun soll, machen Sie ihm durch Korrektur unangenehm. Das Loben sollte also sofort und überschwänglich erfolgen, wenn ihr Hund etwas so gemacht hat, wie Sie es von ihm erwarten. Auch wenn Sie sich vielleicht albern vorkommen: Loben Sie Ihren Hund buchstäblich in den höchsten Tönen, denn die Stimmlage vermittelt ihrem Hund sehr deutlich den Grad Ihrer Zufriedenheit. Das Loben kann auch durch die Gabe von Leckerlis unterstützt werden. Die Korrektur auf der anderen Seite muss ebenfalls unmittelbar beim Fehlverhalten geschehen, und Sie sollte auf keinen Fall in Form von Schlägen o. ä. körperlichen Strafen erfolgen, sondern höchstens in Form von Körperhilfen. Auch hier reagiert Ihr Hund durchaus auf Ihre "ernste" Stimme, tadeln Sie ihn also nicht im Alltagston. Hunde sind nicht in der Lage, Geschehnisse miteinander zu verknüpfen, die mehr als etwa 5 Sekunden auseinander liegen, es geht in der Hundeerziehung bei Lob und Korrektur wirklich um unmittelbare und korrekte Reaktionen.
  • Belohnung durch Leckerlis
    • Leckerlis sind ein "legales" Mittel in der Hundeerziehung und haben nichts mit Schwäche oder Verwöhnen zu tun. Schließlich wollen Sie Ihrem Hund ja das erwünschte Verhalten so angenehm wie möglich machen, und das geht auch bei Hunden häufig am leichtesten über den Magen. Ganz besonders Welpen sind mit Leckerlis als Belohnung, in Verbindung mit Lob sehr gut zu beeinflussen. Bei den "Grundkommandos" wie "Sitz" und "Platz" können Sie die Leckerchen allerdings nach einigen Tagen bzw. Wochen weglassen, für das Kommen auf Zuruf können diese auch länger gegeben werden. Gut geeignet als Leckerbissen sind kleine Trockenfutterbröckchen. Wenn Sie viel mit Ihrem Hund üben und er dabei viele Leckerchen bekommt, müssen Sie diese natürlich von der Tagesration abziehen. Und richtig gut funktioniert die Hundeerziehung mit Leckerchen natürlich nur, wenn Ihr Hund nicht gerade satt ist.
  • Spielen

 

Das Spielen ist für den Welpen nicht nur die Hauptgelegenheit zur Bewegung und Kräftigung, sondern auch ein wichtiger Teil der Hundeerziehung. Und bedenken Sie: Sie sind der Rudelführer und bestimmen, wann gespielt wird, wo gespielt wird und womit gespielt wird.

 

  • Wann?
    • Wenn der Hund Sie zum Spielen animieren will, indem er Ihnen z.B. seinen Ball bringt, dann müssen Sie nicht unbedingt darauf eingehen. Sie brauchen kein schlechtes Gewissen zu haben, wenn Sie seine Aufforderung ablehnen. Im Gegenteil, damit machen Sie dem Hund einmal mehr klar, wer in Ihrem Familienrudel das Sagen hat, und das ist sehr wichtig. Und wenn Sie mit dem Hund spielen, dann bestimmen Sie auch, als Leiter der Hundeerziehung, wann das Spiel zu Ende ist. Hören Sie einfach auf wenn Ihnen danach ist und räumen Sie das Spielzeug einfach weg. Der Welpe wird lernen dies zu akzeptieren und damit gleichzeitig auch Ihre ranghöhere Position anerkennen.
  • Wo?
    • Wenn Sie beschließen, dass z.B. im Wohnzimmer nicht getobt wird, dann setzen Sie sich durch. Ignorieren Sie die Aufforderungen Ihres Welpen, und wenn er lästig wird, sagen Sie ihm ein klares "Nein!". Sie dürfen das, Sie sind der Chef! Aber lassen Sie sich nicht am nächsten Tag erweichen und überreden, denn sonst fangen endlose "Diskussionen" mit Ihrem Hund über dieses Thema an. Seien Sie konsequent, wie immer in der Hundeerziehung.
  • Womit?
    • Schuhe z.B. sind nie ein gutes Spielzeug. Ihr Hund kann nicht unterscheiden zwischen alten, die Sie sowieso nicht mehr wollen, und Ihren absoluten Lieblingsschuhen. Also sind Schuhe generell tabu. Dasselbe gilt für Kleidungsstücke, Decken, Kissen etc. Am besten geeignet ist wirklich spezielles Hundespielzeug. Räumen Sie es immer wieder weg, damit Sie darauf zurückgreifen können, wenn Sie den Hund zum Spielen animieren wollen. Bei allen Spielen ist darauf zu achten, dass Sie am Ende der Sieger bleiben, sonst untergräbt auch das Ihre Position als Rudelführer. Z. B. also beim Tauziehen, am Ende auf jeden Fall den Seilknoten nehmen und das Spielzeug ruhig wieder wegräumen.

 

Quelle: http://www.die-tierfreunde.de/leben-mit-tieren/leben-mit-tieren/hund.html